Ein Kalender mit zwei Märzblättern und ohne April fällt nicht in der Halle auf, sondern im März beim Kunden an der Wand. Deshalb prüfen wir nicht erst am Ende, sondern an jeder Station, an der ein Fehler entstehen kann: beim Zusammentragen, auf der Waage, an der Bindemaschine und beim Verpacken. Dieser Ratgeber beschreibt die Prüfschritte in der Reihenfolge, in der sie im Auftrag vorkommen, und zeigt, was Sie als Auftraggeber dazu beitragen können.
Welche Fehler kommen bei Kalendern am häufigsten vor?
Aus vielen Saisons kennen wir eine überschaubare Liste. Fast alle Fehler entstehen beim Zusammentragen oder beim Einlegen in die Bindemaschine, nicht beim Drucken: vertauschte Monate, ein doppeltes oder fehlendes Blatt, ein Blatt, das auf dem Kopf steht, ein Deckblatt einer anderen Version, ein Bügel, der nicht mittig sitzt, oder ein Drahtkamm, der nicht vollständig geschlossen ist. Seltener, aber ärgerlich sind verknickte Ecken in der Einzelverpackung und Kartons mit falscher Stückzahl.
| Prüfschritt | wann | worauf wir achten | bei Abweichung |
|---|---|---|---|
| Erstmuster mit Fotofreigabe | vor der Auflage, binnen 2–5 Tagen | Teilung, Drahtdurchmesser, Aufhängerposition, Blattfolge, Ausrichtung | zweites Muster nach Ihrer Korrektur |
| Blattfolgekontrolle | an jedem Zusammentragplatz | Deckblatt, Monate in Reihenfolge, Rückwand, alle Blätter gleich ausgerichtet | Satz neu zusammentragen |
| Gewichtskontrolle je Satz | ab mehr als 10 Blättern oder Einlagen | Satzgewicht gegen das Referenzgewicht auf der Tischwaage | Satz aufschlagen, fehlendes oder doppeltes Blatt finden |
| Vergleich mit dem Muster | alle 100 Stück | Schließmaß des Kamms, Bügel mittig, Lochreihe parallel zur Kante | Maschine nachstellen, letzte Stücke nachprüfen |
| Ausgangskontrolle | 100 % beim Verpacken | Kalender umblättern, Einleger vorhanden, Beutel ohne Knick | Fehlbindung öffnen und neu binden |
| Protokoll je Charge | nach jeder Charge | Stückzahl, aussortierte Fehlbindungen, Fotos der Paletten | Meldung an Sie |
Was wird am Erstmuster geprüft und freigegeben?
Das Erstmuster ist der Maßstab für die ganze Auflage. Wir binden es aus Ihren ersten Bögen oder aus Andrucken und fotografieren es so, dass Sie die entscheidenden Details beurteilen können: die Teilung des Drahtkamms (3:1 oder 2:1) und seinen Durchmesser im Verhältnis zur Blockstärke, die Position des Aufhängers oder der Öse, die Blattfolge vom Deckblatt bis zur Rückwand und die Ausrichtung der Motive zur Bindekante. Bei Tischkalendern kommt ein Foto vom aufgestellten Kalender hinzu, damit Sie Winkel und Standfestigkeit sehen.
Ihre Freigabe per E-Mail macht das Muster zum Referenzmuster. Es liegt an jedem Bindeplatz und wird mit dem Satzgewicht, der Teilung und dem Schließmaß dokumentiert.
Wie wird die Blattfolge beim Zusammentragen gesichert?
Zusammengetragen wird an einem Fächerregal: Jeder Monat liegt in einem eigenen Fach, die Fächer sind in Kalenderreihenfolge beschriftet, und die Mitarbeiterin nimmt Blatt für Blatt von links nach rechts. Am Ende jedes Satzes wirft sie einen Blick auf die Monatsleiste am Rand – sie muss lückenlos durchlaufen. Bei Kalendern mit Motiven ohne Monatsnamen auf dem Bildteil kennzeichnen wir die Fächer zusätzlich mit einem Musterblatt.
Einfache Sätze können auch abgezählt außer Haus zusammengetragen werden. Nur das Zusammentragen der Blätter und das Einlegen von Registern geht abgezählt in Heimarbeit; Binden, Aufhänger, Endkontrolle und Verpackung bleiben immer in der Halle. Für diese Sätze gilt dieselbe Kontrolle beim Rücklauf: gezählt, gewogen, stichprobenweise aufgeschlagen.
Warum wiegen wir jeden Satz?
Ein fehlendes Blatt sieht man einem Satz von außen nicht an, auf der Waage schon. Ab mehr als 10 Blättern oder Einlagen kommt jeder Satz auf die Tischwaage; sein Gewicht muss zum Referenzgewicht des freigegebenen Musters passen. Weicht das Gewicht um mehr als ein halbes Blatt ab, wird der Satz aufgeschlagen. Die Methode ist schnell, unbestechlich und findet auch doppelte Blätter, die beim Durchsehen leicht übersehen werden.
Wie prüfen wir Bindung und Aufhängerposition?
An der Bindemaschine entstehen andere Fehler als am Regal. Die Lochreihe muss parallel zur Bindekante laufen, der Drahtkamm muss auf das Schließmaß des Musters geschlossen sein, damit die Blätter frei umlaufen, und der Aufhängebügel muss mittig sitzen, damit der Kalender gerade hängt. Bei Kalenderösen prüfen wir den Abstand zur Oberkante, bei Klemmschienen den festen Sitz auf dem Block. Alle 100 Stück vergleicht die Schichtleitung einen Kalender aus der laufenden Produktion mit dem Referenzmuster und hält das Ergebnis fest.
Stellt sie eine Abweichung fest, wird die Maschine nachgestellt, und die seit der letzten Prüfung gebundenen Stücke werden noch einmal angesehen. Sitzt ein Blatt falsch oder schließt der Drahtkamm nicht sauber, öffnen wir den Kamm, tauschen das Blatt und binden neu – jede Fehlbindung steht mit Stückzahl im Protokoll der Charge.
Was passiert bei der Ausgangskontrolle und im Protokoll?
Beim Verpacken nimmt jeder Kalender noch einmal den Weg durch eine Hand: kurz umgeblättert, Einleger vorn, Beutel oder Folie ohne Knick. Erst dann kommt er in den Karton, der nach Verpackungseinheit gefüllt und außen mit EAN gekennzeichnet wird. Die fertige Palette wird fotografiert.
Zu jeder Charge erhalten Sie ein Protokoll mit Stückzahl, der Zahl der aussortierten und nachgearbeiteten Fehlbindungen und den Fotos. Ein fehlerfreies Ergebnis sagen wir nicht pauschal zu – zugesagt wird der Prozess, und das Protokoll zeigt Ihnen, dass er eingehalten wurde.
Welche Prüfschritte gelten für Tisch- und Dreimonatskalender?
Tischkalender haben zwei zusätzliche Prüfpunkte. Der Aufstellrücken muss im richtigen Winkel gefaltet sein, damit der Kalender weder nach hinten kippt noch zu steil steht, und der Block muss sich über die Bindung am Kopf vollständig umschlagen lassen, ohne am Rücken hängen zu bleiben. Wir stellen deshalb bei jeder Musterprüfung einen Kalender aus der Produktion auf den Tisch und blättern ihn einmal ganz durch. Bei einer Klemmschiene kommt ein Zugtest hinzu: Das oberste und das unterste Blatt dürfen sich nicht herausziehen lassen.
Beim Dreimonatskalender sitzen drei Kalenderblöcke auf einer Rückwand, dazu ein Datumsschieber. Hier prüfen wir, ob die drei Blöcke mit dem richtigen Startmonat beginnen – der mittlere zeigt den laufenden Monat, links der Vormonat, rechts der Folgemonat –, ob die Blöcke parallel sitzen und ob der Schieber leicht, aber nicht lose läuft. Weil ein vertauschter Block den ganzen Kalender unbrauchbar macht, zählt dieser Schritt zu den Prüfungen, die an jedem Stück erfolgen, nicht nur in Stichproben.
Was können Sie als Auftraggeber beitragen?
- Liefern Sie je Monat sortenrein und kennzeichnen Sie jede Palette mit Titel und Monat.
- Drucken Sie die Monatsleiste oder eine kleine Blattnummer an eine Stelle, die im fertigen Kalender nicht stört.
- Geben Sie das Erstmuster zügig frei und nennen Sie eine Person für Rückfragen.
- Bei Versionen: eine Versionsliste mit eindeutigen Kürzeln auf Rückwand und Lieferschein.
Unveröffentlichte Motive behandeln wir vertraulich. Unveröffentlichte Kalendermotive sehen nur die Mitarbeiter an Ihrem Auftrag, Freigabefotos gehen nur an Sie, und auf Wunsch unterzeichnen wir vor der ersten Bogenlieferung eine Geheimhaltungsvereinbarung.
Wie geht es weiter?
Wie die Prüfschritte in den Ablauf eingebettet sind, zeigt die Seite So arbeiten wir. Wenn Sie ein Erstmuster sehen möchten, senden Sie uns über die Anfrage Ihre Eckdaten – Angebot und Terminvorschlag für das Muster schickt Ihnen Elisabeth Zachová innerhalb von 24 Stunden.