Eine Kalendersaison wird nicht im September gewonnen, sondern im Juni. Wer dann Auflage, Blattzahl, Bindung und Abruftermine kennt, bekommt einen festen Bindeslot und kann die Bögen in der Reihenfolge drucken lassen, in der sie gebraucht werden. Dieser Ratgeber ist ein Wochenplan für Kalenderverlage und Druckereien: von der Anfrage über die erste Bogenlieferung im Juli bis zum Abruf der fertigen Kalender ab Oktober – mit den Aufgaben auf Ihrer und auf unserer Seite.
Wie sieht der Wochenplan von Juni bis Oktober aus?
Die Kalenderwochen sind Richtwerte für eine typische Saison 2026. Verschiebt sich Ihr Drucktermin, verschiebt sich der Plan mit – entscheidend ist die Reihenfolge der Schritte, nicht das einzelne Datum.
| Kalenderwoche | Ihre Aufgabe (Verlag oder Druckerei) | unsere Aufgabe |
|---|---|---|
| KW 23–25 (Juni) | Anfrage mit Auflage, Format, Blattzahl, Bindung, Aufhänger, VE und Abrufplan | Angebot binnen 24 Stunden, Slot reservieren, Material klären |
| KW 26–27 | Andruckbögen oder erste Bögen je Titel schicken, Drahtkamm und Bügel bestellen oder uns beauftragen | Erstmuster binnen 2–5 Tagen, Freigabefotos |
| KW 28–31 (Juli) | Freigabe erteilen, erste vollständige Titel ausliefern | Wareneingang mit Zählung und Foto, Start mit der ersten kompletten Charge |
| KW 32–35 (August) | weitere Teillieferungen, Abrufplan für den Handel bestätigen | Zusammentragen, Binden, Aufhänger, Einzelverpackung, Protokoll je Charge |
| KW 36–39 (September) | letzte Bögen liefern, Lieferadressen je Abruf melden | Hauptphase der Bindung, Fertigware nach Bludov |
| KW 40–44 (Oktober) | Abrufe auslösen | Teilabrufe an Handel, Zentrallager oder Ihr Lager über Partnerspeditionen |
| ab KW 45 | Nachbestellungen, Rückblick, Planung des Folgejahres | Restbestand lagern oder zurückliefern, Protokolle übergeben |
Was muss bis Ende Juni feststehen?
Für einen verbindlichen Slot brauchen wir weniger, als viele erwarten, aber diese Angaben müssen stimmen: Titel und Auflage je Titel, Format und Blattzahl (bei Wandkalendern meist 12 bis 14 Blätter plus Deckblatt und Rückwand), die Bindung mit Teilung und Drahtfarbe, die Art der Aufhängung, Einleger, Verpackungseinheit und der gewünschte Abruf. Unsicher ist in dieser Phase oft nur die endgültige Auflage – das ist kein Problem, wenn Sie eine Spanne nennen und die Zahl bis zur ersten Bogenlieferung bestätigen.
Eine Anfrage im Juni sichert einen festen Bindeslot zwischen August und Oktober; die Bögen dürfen in Teillieferungen kommen, gestartet wird mit der ersten vollständigen Charge. Wer erst im September anfragt, ist auf freie Plätze angewiesen; meist lässt sich das nur mit Wochenendschichten lösen, die mit einem Zuschlag von 25 % auf die Arbeit abgerechnet werden.
Warum soll die Druckerei in Titelreihenfolge liefern?
Zusammentragen kann nur, wer alle Monate eines Titels vollständig hat. Liefert die Druckerei zuerst alle Januarblätter sämtlicher Titel, dann alle Februarblätter, steht der Wareneingang voller Paletten, an denen niemand arbeiten kann. Besser ist es, Titel für Titel komplett zu liefern – Deckblatt, Monatsblätter und Rückwand zusammen. Dann beginnt das Zusammentragen am Tag nach dem Eingang, und jede weitere Teillieferung verlängert die laufende Produktion, statt sie aufzuhalten.
Planen Sie die Druckreihenfolge deshalb gemeinsam mit uns: Titel mit frühem Abruf zuerst, Titel mit großer Auflage in mehreren Chargen, Nachzügler mit neuem Motiv zum Schluss. Für jede Teillieferung schicken wir Ihnen die gezählte Menge und ein Foto der Paletten, damit Fehlmengen nicht erst beim Binden auffallen.
Wie planen Sie mehrere Titel mit unterschiedlichen Abrufterminen?
Kaum ein Verlag hat nur einen Kalender im Programm. Meist sind es zehn, zwanzig oder mehr Titel mit Auflagen zwischen wenigen Hundert und mehreren Zehntausend Stück, und nicht alle müssen zum gleichen Tag im Handel sein. Bewährt hat sich eine einfache Liste mit drei Spalten: Titel, gewünschter Abruf, Bogenlieferung. Aus ihr ergibt sich die Reihenfolge, in der wir binden. Titel, die im Buchhandel schon Anfang Oktober stehen sollen, kommen in die erste Welle; Werbe- und Firmenkalender, die erst im November verschickt werden, in die letzte.
Große Titel teilen wir in Chargen auf. Die erste Charge deckt den Erstabruf, die weiteren laufen, während die ersten Paletten schon ausgeliefert werden. So brauchen Sie nicht die gesamte Auflage auf einmal im Lager, und eine späte Korrektur – etwa ein Feiertag, der im Druck falsch steht – betrifft nicht alle Exemplare. Ändert sich Ihr Abrufplan während der Saison, schieben wir Chargen innerhalb der reservierten Slots, solange die Bögen dafür vorliegen.
Wie viele Stunden braucht eine Auflage, und wo liegt der Engpass?
Ein Wandkalender braucht bei uns rund 62 Sekunden – davon 25 Sekunden für das Zusammentragen, 15 Sekunden für Stanzen und Wire-O, 6 Sekunden für den Bügel, 4 Sekunden für den Einleger und 12 Sekunden für die Einzelverpackung. Für 20.000 Wandkalender eines Verlags aus der Region Esslingen und Stuttgart ergibt das rund 344 Stunden, davon 139 Stunden Zusammentragen. Nur das Zusammentragen der Blätter und das Einlegen von Registern geht abgezählt in Heimarbeit; Binden, Aufhänger, Endkontrolle und Verpackung bleiben immer in der Halle.
Gemessen an bis zu 2.000 Hallenstunden am Tag ist das eine überschaubare Menge. Der Engpass ist fast nie die Arbeitszeit, sondern der Materialfluss: fehlende Monatsblätter, Drahtkamm in der falschen Farbe, eine Freigabe, die eine Woche im Postfach liegt. Deshalb steht im Wochenplan jede Lieferung und jede Freigabe mit einer eigenen Woche.
Die Kosten dieses Beispiels liegen bei rund 7.053 € einschließlich Einrichtung, Transport hin und zurück über 376 km und einem Monat Lagerung für zwölf Paletten – das sind 35,3 ct je Kalender, am unteren Rand unserer Spanne von 25 ct – 65 ct. Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster.
Wie laufen Lagerung und Abruf ab Oktober?
Fertige Kalender gehen kartoniert und palettiert nach Bludov, wo 230 Palettenplätze für Fertigware bereitstehen. Die Lagerung kostet rund 9,25 € je Palette und Monat. Abgerufen wird in Teilmengen: eine Palette an das Zentrallager eines Filialisten, drei an den Großhandel, der Rest an Ihr eigenes Lager. Partnerspeditionen holen binnen 24 Stunden nach Ihrem Abruf ab; eigene Fahrzeuge setzen wir nicht ein.
Melden Sie die Lieferadressen spätestens mit der letzten Bogenlieferung im September. Dann können wir schon beim Palettieren nach Empfängern trennen, und der Abruf im Oktober ist nur noch eine E-Mail.
Was tun, wenn der Druck sich verschiebt?
Verspätet sich die Druckerei um eine Woche, rutscht nicht die ganze Saison. Wir ziehen andere Titel vor, sofern deren Bögen vollständig da sind, und verdichten die Bindung in den folgenden Wochen. Wird es trotzdem knapp, sind Wochenendschichten möglich. Sagen Sie uns eine Verschiebung früh – ein Anruf im August ist mehr wert als eine Eilanfrage im Oktober.
Ganz ohne Saisondruck läuft dagegen alles, was nicht zum Jahreswechsel fertig sein muss: Ordner, Broschüren, Blöcke und Dreimonatskalender für das Folgejahr binden wir von November bis Juni. Wer Saisonware außerhalb der Bindung plant, etwa Geschenkartikel, findet auf apool.de einen eigenen Zeitplan für Saisonware.
Wie geht es weiter?
Tragen Sie Ihre Titel mit Auflage und gewünschtem Abruf in die Anfrage ein – wir antworten mit Angebot und Slot binnen 24 Stunden. Wie die Saison bei uns im Detail läuft, zeigt die Seite So arbeiten wir; für Rückfragen zum Wochenplan erreichen Sie Elisabeth Zachová unter +420 604 373 376.